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Schimmelpilze

Schimmelpilz - Ursachen und Wirkung

Schimmelpilze haben ein hohes gesundheitsschädliches Potential und sollten daher in höheren Konzentrationen nicht hingenommen werden.
Die Gründe für das Wachstum von Schimmelpilzen in Gebäuden sind vielfältig. Sie können durch bauliche Mängel und/oder durch falsches Nutzerverhalten auftreten.
In jedem Fall müssen die Ursachen ermittelt und dauerhaft behoben werden.

Ursachen für Schimmelpilzbildung

  • Mangelhafte Bausubstanz
  • Mangelhafte Wärmedämmung
  • Mängel bei Neubauten und Sanierungen
  • Tauwasserbildung durch falsches Lüften und Heizen

Schimmelpilzsanierung

Ein massiver Befall mit Schimmelpilzen ist häufig offensichtlich und äußert sich durch sichtbare und charakteristische schwarze bis braungelbe Verfärbungen an Tapeten, Fugen oder unter Teppichen bzw. durch einen typischen muffigen Geruch. Ein solcher Mangel ist zu beseitigen und bedarf in der Regel keiner weiteren Untersuchung auf Schimmelpilzkonzentration und Artenzusammensetzung.

Eine Schimmelpilzsanierung sollte aus mindestens folgenden Schritten bestehen:
- Ursachenermittlung des Schimmelpilzbefalls
- Gefährdungsbeurteilung durch einen Sachverständigen
- Sanierung durch eine Fachfirma

Tipps für die kalte Jahreszeit. Hier erhalten Sie Hinweise für richtiges Heizen und Lüften. Ein Leitfaden für behagliches und gesundes Wohnklima in der kalten Jahreszeit (s. auch Infobrief "Schimmel ...")

Lüften an kalten Wintertagen?

Gerade für ältere, ungedämmte Gebäude gilt die Empfehlung, an kalten Wintertagen mit Regen, Schnee oder Nebel zu lüften.

Obwohl dieses Verhalten auf den ersten Blick unsinnig erscheint, sollte man die feuchte und kalte Luft in die Wohnung lassen, da die Luft im erwärmten Zustand ein Vielfaches an Wasserdampf aufnehmen kann.

Die maximale Wassermenge der Luft beträgt bei -7° C und einer relativen Feuchte von 100% ungefähr 110 g Wasser, bei 23° C jedoch schon 1000 g Wasser. Gelangt diese kalte Luft in die Wohnung und wird erwärmt, bindet sie die 9-fache Menge an Wasserdampf.

Feuchte Wände bei 22°C

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Wird die warme Luft abgekühlt, steigt der relative Feuchtegehalt bis zum Sättigungsgrad (100% r. F.). Bei weiterer Abkühlung wird der überschüssige Wasserdampf in Tröpfchenform ausgeschieden (sog. Taupunkttemperatur).

So liegt die Taupunkttemperatur bei 22° C Raumtemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% bei 16,3° C. Dies bedeutet, dass die Luft an allen Stellen, die kühler als 16,3° C sind, kondensiert, egal ob an einer kühlen Bierflasche oder der kalten Schlafzimmerwand. Stockflecken und Schimmelpilz sind hier vorprogrammiert!

Hätte die Luft stattdessen einen Feuchtegehalt von 45%, so läge der Taupunkt bei 9,5° C. In unserem Beispiel müssten die Wände also erheblich kälter sein, damit die Luft daran kondensiert.

Heizen für die Straße?

Man könnte glauben, die dichten Isolierglasfenster hin und wieder für eine Stoßlüftung zu öffnen, bedeute "zum Fenster hinaus zu heizen“. Bewusste Energiesparer wird dies vielleicht verwirren. Es scheint im Gegensatz zum sparsamen Umgang mit Heizenergie zu stehen.

Dabei wird oft vergessen, dass eine Stoßlüftung in der Regel nicht länger als 10 min. erforderlich ist, um die Raumluft auszutauschen. Es wird zwar im Moment etwas frisch, aber durch die Speicherwirkung der Wände wird die Raumluft innerhalb weniger Minuten wieder auf die alte Raumtemperatur erwärmt.

Die nun trockenere Raumluft lässt sich mit wesentlich weniger Heizenergie behaglich halten als die vorher feuchte Luft. Gegen feuchte Luft kann man mit noch so viel Energie anheizen, es bleibt immer unbehaglich in der Wohnung.

Dies bedeutet: Energiesparen heißt, hin und wieder eine Stoßlüftung (keine Dauerlüftung!) durchzuführen.

Wie ist das ideale Wohnklima?

Als ideales Wohnklima gelten in etwa folgende Werte: 40% bis 60% rel. Luftfeuchte und 19° C bis 23° C Raumtemperatur, wobei natürlich jede Temperaturerhöhung um 1° C ca. 6% mehr Energieverbrauch bedeutet. Im Schlafzimmer sollte die ideale Temperatur 17° bis 18° C betragen.

Die Heizung zum Feierabend einschalten?

Wird morgens, bevor man zur Arbeit geht, die Heizung abgeschaltet, kühlen die Wände innerhalb einiger Stunden ab. Wird die Heizung abends wieder aktiviert, steigt zwar die Raumlufttemperatur schnell an, aber die Wände bleiben noch Stunden kalt. Kochdunst, Duschschwaden und Atemluft kondensieren an den kalten Wänden.

Es ist also besser, die Heizung ein wenig laufen zu lassen, damit die Wände nicht auskühlen, da vollständiges Zu- und Aufdrehen der Heizung mehr Energie kostet (vergleichbar mit dem Anfahren und Abbremsen eines Autos im Stau).

Tauwasserausfall und Schimmelpilzbildung
durch unzureichenden Wärmeschutz
Für die oberflächige Tauwasserbildung ist die Oberflächentemperatur maßgebend. Damit eine
Wand tauwasserfrei bleibt, muss ihre raumzugewandte Oberflächentemperatur deutlich über
dem Taupunkt liegen. Dies ist bei Raumluftfeuchten um 50 % auch bei Bauteilen, die nur die
Anforderungen des Mindestwärmeschutzes erfüllen, mit genügender Sicherheit zu erwarten.
Oftmals ist jedoch die Tauwasserbildung im Bereich von Wärmebrücken zu beobachten. Als
Wärmebrücke wird eine Stelle erhöhter Wärmedurchlässigkeit in einem sonst gut dämmenden
Bauteil bezeichnet. Die Wirkung der Wärmebrücke ist selbstverständlich erst dann gegeben,
wenn dieses Bauteil eine Konstruktion ist, die zwei Temperaturbereiche voneinander trennt,
bei einer Außenwand im Winter also den beheizten Innenraum von der Außenluft.
Im hier diskutierten Zusammenhang interessieren besonders die geometrischen Wärmebrücken,
insbesondere die Außenecke einer Wand, aber auch die Ecken in Fensterleibungen und
Stürzen